„Eduard-Reut-Nicolussi-Preis 2026“ für den ehemaligen FPÖ-Südtirol Sprecher Werner Neubauer

Einmal jährlich wird im Rahmen der Gesamttiroler Schützenwallfahrt in Absam von dem „Verband Tiroler Schützen“, dem der „Bund der Tiroler Schützenkompanien“, der „Südtiroler Schützenbund“ und der „Welschtiroler Schützenbund“ angehören, die feierliche Verleihung des Eduard-Reut-Nicolussi-Preises vorgenommen.

Der gebürtige Linzer und Mitglied der Schützenkompanie Gires/Bozen, Buchautor, Publizist und Regisseur Werner Neubauer, erhielt auf Vorschlag des Südtiroler Schützenbundes die verdiente Ehrung verliehen.

Mit dieser Auszeichnung werden Persönlichkeiten gewürdigt, die sich in besonderer Weise um das Zusammenwachsen der Tiroler Landesteile und die Einheit Tirols verdient gemacht haben.

Namensgeber ist der 1888 in Trient geborene und 1958 in Innsbruck verstorbene Jurist und Politiker Univ.-Prof. Dr. Eduard Reut-Nicolussi, der als unermüdlicher Streiter für die Einheit und Freiheit Tirols in die Geschichte eingegangen ist.

Hunderte Schützen, Marketenderinnen und Gäste hatten am Sonntag, dem 11. Oktober 2026, im Tiroler Absam, an der 61. Tiroler Schützenwallfahrt teilgenommen. Die Veranstaltung brachte Abordnungen aus Nord-, Süd- und Welschtirol unter dem Motto „Eine Heimat ohne Grenzen, die Einheit im Glauben“ im gemeinsamen Bekenntnis zur Heimat zusammen.

Urkunde Eduard-Reut-Nicolussi-Preis für Werner Neubauer
Bilder: SSB

Werner Neubauers herausragende Leistungen für Südtirol

Der 1956 in Linz geborene Werner Neubauer BA, MA, war in der Folge von 2006 bis 2019 Abgeordneter zum Österreichischen Nationalrat und forderte als Südtirol-Sprecher das Selbstbestimmungsrecht für Südtirol, die Verankerung der Schutzmachtrolle Österreichs in der Bundesverfassung, die Abschaffung der künstlichen faschistischen Ortsnamen in Südtirol und die Beseitigung faschistischer Denkmäler und Relikte.

Für diese Ziele ging er bei Kundgebungen des Südtiroler Schützenbundes auch mit Transparenten auf die Straßen in Bozen, Meran und Bruneck. Er ist Mitglied der Schützenkompanie Gries bei Bozen.

2024 schuf Werner Neubauer mit dem Filmteam Kaltern die beeindruckende Film-Dokumentation „Luis Amplatz – Im Labyrinth von Leben und Tod“.

Immer wieder trat er als österreichischer Parlamentarier dafür ein, dass den deutschen und ladinischen Südtirolern auch die österreichische Staatsbürgerschaft zuerkannt werden solle.

Mit diesem Vorstoß öffnete er der österreichischen Südtirol-Politik neue Wege.

Werner Neubauer zur österreichischen Staatsbürgerschaft für Südtirol

In zahlreichen Stellungnahmen und Veröffentlichungen tritt Neubauer unermüdlich für die Rechte Südtirols ein.

Broschüre Südtirol – eine freiheitliche Herzensangelegenheit
Gedenkschrift Luis Amplatz 1926–1964

Zwei Beispiele von vielen.

Auch heute ist Neubauer noch beratend tätig und unterstützt Initiativen für die Selbstbehauptung und Selbstbestimmung Südtirols.

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Herwig Nachtmann – Ein tapferer Freiheitskämpfer und treuer Freund Südtirols hat uns verlassen

Bild: Archiv SID

Am 11. Juli 2026 wurde in Innsbruck der 1940 geborene und jetzt an den Folgen einer schweren Erkrankung verstorbene ehemalige Südtirol-Freiheitskämpfer Herwig Nachtmann zu Grabe getragen. Mehr als 200 Trauernde waren gekommen, unter ihnen zahlreiche Korporationsstudenten, denn Nachtmann war „Alter Herr“ der Innsbrucker Burschenschaft Brixia gewesen. Unter den Trauergästen sah man auch den ehemaligen Vizekanzler und Bundesminister Herbert Haupt.

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Letztes Geleit für den Südtirol-Aktivisten Dr. Josef „Pepi“ Fontana

Bild: Bildschirmfoto aus einer ORF-Sendung

Unter diesem Titel berichtete der „Südtiroler Schützenbund“ (SSB) über das Ableben und die Beerdigung eines ehemaligen Südtiroler Freiheitskämpfers, der sich nach der Freilassung aus langer Haft als herausragender Historiker einen Namen gemacht hatte.

Nachstehend der SSB-Nachruf in gekürzter Form:

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Bozen: Haus der Tiroler Geschichte eröffnet neue Ausstellungsräume

In Bozen wird das „Haus der Tiroler Geschichte“ erweitert: Am Freitag, 29. Mai 2026, werden in der Gumergasse zwei neue Ausstellungsräumlichkeiten eröffnet. Sie widmen sich Andreas Hofer sowie den Standschützen – und damit zwei Themen, die für das geschichtliche Selbstverständnis Tirols von besonderer Bedeutung sind.

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Siegfried Steger, ein Kämpfer für die Freiheit Südtirols hat uns verlassen

Bild: Lorenz Puff, Schützenkompanie Gries.

Am 21. Februar 2026 verstarb nach schwerem Leiden Siegfried Steger, ein tapferer Vorkämpfer für die Freiheit Südtirols.

Mehrere Nachrufe würdigten seine Tapferkeit und seine Leistungen.

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50. Todestag: Gedenken an einen unvergesslichen Freiheitskämpfer

Plakat des Südtiroler Heimatbundes (SHB) zum Gedenken an Georg Klotz

Nachruf von Roland Lang, Obmann des Südtiroler Heimatbundes (SHB)

Am 11. September 1919 wurde Georg Klotz in Walten im Passeiertal geboren. Wie es der Zufall der Geschichte ist, wurde am Tag zuvor in der französischen Hauptstadt Paris mit dem Friedensvertrag von St. Germain-en-Laye das Los Südtirols besiegelt. So wusste der Passeirer von klein auf, was seine Lebensaufgabe ist.

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Abschied von dem ehemaligen Freiheitskämpfer Claudius Molling

Claudius Molling wurde 1933 geboren und entstammte einer Familie mit engen historischen Bezügen zu Südtirol. Sein Großvater stammte aus Campill im Gadertal und übersiedelte nach Nordtirol. Seine Mutter wurde in Brixen als Tochter des Brauherrn Hugo Seidner geboren. Durch ihre Heirat mit dem Offizier Alois Molling kam sie nach Innsbruck. Alois Molling, der Vater von Claudius, diente im Ersten Weltkrieg als Offizier bei den Tiroler Kaiserschützen, bis er schwer verwundet wurde. 1945 zog er als Mandatar in den Tiroler Landtag ein.

Sein Sohn Claudius Molling war als akademischer Bildhauer, Maler und Restaurator tätig. Über den künstlerischen Bereich hinaus prägte ihn jedoch vor allem sein politisches Engagement.

Roland Lang, Obmann des „Südtiroler Heimatbundes“ berichtet:

Es erreicht uns die traurige Nachricht, dass der 1933 geborene ehemalige Freiheitskämpfer Claudius Molling am 31. Dezember 1925 im Alter von 92 Jahren in Innsbruck verstorben ist. Unser Beileid gilt seiner Frau Herlinde.

Von links nach rechts: Der ehemalige Freiheitskämpfer Univ.-Prof. Dr. Erhard Hartung, Claudius Molling, Dr. Herlinde Molling.
Von links nach rechts: Der ehemalige Freiheitskämpfer Univ.-Prof. Dr. Erhard Hartung, Claudius Molling, Dr. Herlinde Molling.

Der berühmte verstorbene akademische Bildhauer, Maler und Restaurator hatte zusammen mit seiner Frau an der Planung und Vorbereitung der „Feuernacht“ von 1961 mitgewirkt, in welcher zahlreiche Hochspannungsmasten in Südtirol als Protest gegen die Fortsetzung der faschistischen Unterdrückungspolitik gesprengt worden waren.

Darüber hat seine Frau Herlinde dokumentarisch in einem Buch berichtet.

Das Ehepaar Molling hatte in zahlreichen Fahrten nach Südtirol in ihrem Auto erhebliche Mengen Sprengstoff über die Grenze geschmuggelt. Das war ein sehr mutiges Unterfangen gewesen in einer Zeit, in welcher die Carabinieri gefangene Südtiroler Freiheitskämpfer unbarmherzig folterten.

Dieses Bild hatte der Freiheitskämpfer Kurt Welser aufgenommen und zeigt Herlinde Molling mit ihrem Auto in der Gegen von Mühlbach in Südtirol, die einen Sack voll Sprengstoff nach Südtirol geschmuggelt hatte. (Bild: Ausstellung „BAS Opfer für die Freiheit“ in Bozen)
Dieses Bild hatte der Freiheitskämpfer Kurt Welser aufgenommen und zeigt Herlinde Molling mit ihrem Auto in der Gegend von Mühlbach in Südtirol, die einen Sack voll Sprengstoff nach Südtirol geschmuggelt hatte. (Bild: Ausstellung „BAS Opfer für die Freiheit“ in Bozen)
Einer der vielen in Südtirol gesprengten Hochspannungsmasten. (Bild: Archiv)
Einer der vielen in Südtirol gesprengten Hochspannungsmasten. (Bild: Archiv)

Claudius Molling hatte zusammen mit seiner Frau auch an dem Betrieb des geheimen Untergrundsenders „Radio Freies Tirol“ mitgewirkt, welcher für das Recht der Südtiroler auf Selbstbestimmung eintrat.

Bis zu seinem Tod hat sich der Verstorbene zu der Forderung nach Selbstbestimmung bekannt, von welcher nicht abgewichen werden dürfe.

Roland Lang
Obmann des „Südtiroler Heimatbunds“ (SHB)

Der ehemalige Freiheitskämpfer Univ.-Prof. Dr. Erhard Hartung erinnert sich:

Der aus allen Tiroler Landesteilen abstammende, in Innsbruck geborene und dort lebende, sehr bekannte Bildhauer, Restaurator Claudius Molling war zu Beginn der 1960er Jahre einer der aktivsten Südtiroler Freiheitskämpfer in Österreich. Er organisierte gemeinsam mit seinen Kameraden Prof. Dr. Helmut Heuberger, Dr. Heinrich Klier und Kurt Welser reichlich Sprengstoff. Diesen transportierte er über Jahre gemeinsam mit seiner Frau Herlinde unbehelligt in seinem Auto nach Südtirol, wo er selbst an zwei Sprengungen von Strommasten beteiligt war. Ob seinen sehr bedachten, gut organisierten Aktivitäten ist er weder in Österreich noch in Italien vor Gericht gestellt worden. Stets unterstützte er den Südtiroler Freiheitskampf und pflegte guten Kontakt zu Georg Klotz, Kurt Welser und Dr. Helmut Heuberger.

Von links nach rechts: Dr. Helmut Heuberger, Dr. Heinrich Klier, Kurt Welser, Georg Klotz
Von links nach rechts: Dr. Helmut Heuberger, Dr. Heinrich Klier, Kurt Welser, Georg Klotz
Die „Pusterer Buabn“ Siegfried Steger, Heinrich Oberleiter, Heinrich Oberlechner und Sepp Forer. (Bild aus „Domenica del Corriere“ vom 11. Juli 1967)
Die „Pusterer Buabn“ Siegfried Steger, Heinrich Oberleiter, Heinrich Oberlechner und Sepp Forer. (Bild aus „Domenica del Corriere“ vom 11. Juli 1967)

Claudius Molling unterstützte die nach Österreich geflüchteten und auch dort polizeilich gesuchten Pusterer Buabn, denen er zeitweise im eigenen Haus in Hötting Quartier bot.

Die gegen den Wunsch und Willen der Bevölkerung sowie entgegen dem international garantiertem Recht auf Selbstbestimmung auf Anordnung Roms mit bis zu 40.000 italienische Soldaten erfolgte koloniale Besetzung Südtirols kritisierte er während seines gesamten Leben. Die seit 1961 erfolgten, schweren Folterungen von inhaftierten Südtiroler Freiheitskämpfern durch Carabinieri, welche ungesühnt blieben, und die Ermordung von Luis Amplatz durch einen gekauften Kriminellen, erschütterten Claudius Molling ebenso, wie die politische Verfolgung der für Südtirol tätigen Aktivisten in Italien und in seinem Vaterland Österreich. Gemeinsam mit seiner Frau Herlinde hat er mit Historikern, Politikern und Südtirol-Aktivisten in Bozen (Unter den Lauben) eine permanente Ausstellung über die 1960er Jahre mitorganisiert um die Wahrheit der Südtiroler Zeitgeschichte allgemein, auch für Italiener, die darüber zum guten Teil nicht informiert sind, zugänglich zu machen. Diese Ausstellung wird mehrsprachig derzeit räumlich und zeitlich, bis auf den Tiroler Freiheitskampf unter Andreas Hofer (1809) erweitert. (Ausstellung „BAS Opfer für die Freiheit“, Lauben 9, I-39100 Bozen. Di. – Fr. 10–12 Uhr und 15–17 Uhr, Sa. 10–12 Uhr)

Am 14. April 2012 hatte das Ehepaar Molling in Bozen an dem „Freiheitsmarsch“ des „Südtiroler Schützenbundes“ teilgenommen. Dieses Bild zeigt sie inmitten der Schützen.
Am 14. April 2012 hatte das Ehepaar Molling in Bozen an dem „Freiheitsmarsch“ des „Südtiroler Schützenbundes“ teilgenommen. Dieses Bild zeigt sie inmitten der Schützen.
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