Letztes Geleit für den Südtirol-Aktivisten Dr. Josef „Pepi“ Fontana

Bild: Bildschirmfoto aus einer ORF-Sendung

Unter diesem Titel berichtete der „Südtiroler Schützenbund“ (SSB) über das Ableben und die Beerdigung eines ehemaligen Südtiroler Freiheitskämpfers, der sich nach der Freilassung aus langer Haft als herausragender Historiker einen Namen gemacht hatte.

Nachstehend der SSB-Nachruf in gekürzter Form:

Am 10. Juni 2026 wurde der Ehrenkranzträger des Südtiroler Schützenbundes, Dr. Josef „Pepi“ Fontana, unter großer Anteilnahme der Bevölkerung und begleitet von zahlreichen Schützen und Marketenderinnen zur letzten Ruhe geleitet.

Der Trauergottesdienst fand in der Kapuzinerkirche von Neumarkt im Unterland, dem Heimatort des Verstorbenen, statt.

(Bild: SSB)
(Bild: SSB)

Dort zeichnete die ehemalige SVP-Landesrätin Martha Stocker das Leben und Wirken Josef Fontanas nach. Er habe zu jenen gehört, die in der schweren Zeit Südtirols Verantwortung übernommen hätten, um auf schreiende Ungerechtigkeiten aufmerksam zu machen. Dabei sei er einer der klarsten Vertreter der Linie Sepp Kerschbaumers gewesen, der stets die Maxime ausgegeben hatte, kein Menschenleben zu gefährden.

(Bild: SSB)
(Bild: SSB)

Auch auf den hohen persönlichen Preis, den Josef Fontana für seinen Einsatz bezahlt hatte, ging Martha Stocker ein. Fast acht Jahre verbrachte er im Gefängnis.

Josef Fontana im Gefängnis von Trient (Bild: Archiv SID)
Josef Fontana im Gefängnis von Trient (Bild: Archiv SID)

Diese Zeit nutzte er zur intensiven Beschäftigung mit europäischer Geschichte, Kultur- und Geistesgeschichte, Literatur und Malerei. Später studierte er Geschichte, Germanistik und Philosophie an der Universität Innsbruck und promovierte mit seinem umfassenden Werk über den Kulturkampf in Tirol, das zu einem Standardwerk der tirolischen Geschichtsschreibung wurde.

Universitätsverlag Wagner, Innsbruck
Universitätsverlag Wagner, Innsbruck

Besonders hervorgehoben wurde auch Fontanas jahrzehntelanges Wirken im kulturellen und wissenschaftlichen Bereich. Als Generalsekretär des Südtiroler Kulturinstituts von 1985 bis 1999 widmete er sich in vielfältiger Weise der Kulturarbeit. Daneben entstanden zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten, darunter bedeutende Werke zur Geschichte Tirols.

Zusammen mit dem Südtiroler Historiker Hans Mayr verfasste Josef Fontana eine Biographie von Sepp Kerschbaumer. (Edition Raetia, Bozen, 2000)
Zusammen mit dem Südtiroler Historiker Hans Mayr verfasste Josef Fontana eine Biographie von Sepp Kerschbaumer. (Edition Raetia, Bozen, 2000)

Am offenen Grab auf dem Friedhof von Neumarkt ergriff Landeskommandant Christoph Schmid das Wort. In seiner Grabrede würdigte er Dr. Josef „Pepi“ Fontana als einen Menschen, der sein Leben in besonderer Weise in den Dienst seiner Heimat gestellt habe.

Christoph Schmid, Landeskommandant des „Südtiroler Schützenbundes“ (SSB) bei seiner Ansprache. (Bild: SSB)
Christoph Schmid, Landeskommandant des „Südtiroler Schützenbundes“ (SSB) bei seiner Ansprache. (Bild: SSB)

Fontana sei Historiker, Forscher, Chronist und Zeitzeuge gewesen – aber mehr noch: ein Südtiroler, der gewusst habe, woher er komme und was seinem Land widerfahren sei.

Schmid erinnerte daran, dass Josef Fontana jener Generation angehörte, die Unterdrückung, Entnationalisierung und Italianisierung nicht nur aus Büchern kannte, sondern aus dem eigenen Erleben und aus dem Schicksal des Volkes. Gerade deshalb dürfe man mit aller Klarheit sagen, dass ohne Männer wie Josef Fontana die Italianisierung Südtirols nicht gestoppt worden wäre.
Vieles von dem, was heute selbstverständlich erscheine – Sprache, Schule, Kultur, Eigenständigkeit und das Bewusstsein als Tiroler im Süden des Landes – sei nicht vom Himmel gefallen, sondern erkämpft, verteidigt und bewahrt worden.

Die angetretene Schützenkompanie Neumarkt. (Bild: SSB)
Die angetretene Schützenkompanie Neumarkt. (Bild: SSB)

Nach der Grabrede spielte die Bläsergruppe der Musikkapelle Neumarkt die Weise vom Guten Kameraden. Als letzte Ehrenbezeugung für ihr verstorbenes Ehrenmitglied feuerte die Schützenkompanie Neumarkt eine Ehrensalve ab. Anschließend wurde die Schützenfahne dreimal über das offene Grab gesenkt.

Die Schützenkompanie Neumarkt mit ihrer Fahne. (Bild: SSB)
Die Schützenkompanie Neumarkt mit ihrer Fahne. (Bild: SSB)

Mit Dr. Josef „Pepi“ Fontana verliert Südtirol einen aufrechten Patrioten, einen gewissenhaften Historiker und einen stillen, aber unbeirrbaren Diener der Wahrheit. Der Südtiroler Schützenbund wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

SHB trauert um Dr. Josef „Pepi“ Fontana: Ein aufrechter Tiroler ist von uns gegangen

 

Roland Lang, Obmann des von ehemaligen Südtiroler Freiheitskämpfern und Häftlingen gegründeten „Südtiroler Heimatbundes“ (SHB), würdigte am 5. Juni 2026 in einem Nachruf den im 89. Lebensjahr verstorbenen „bedeutenden Historiker“ und „unbeirrbaren Kämpfer für die Rechte seiner Tiroler Heimat“.

In der Haft war Fontana an Tuberkulose erkrankt, „doch selbst Krankheit und Gefangenschaft konnten seinen Willen nicht brechen.“ Mit ihm verliere „unsere Heimat eine prägende Persönlichkeit, einen engagierten Wissenschaftler und einen der letzten Vertreter jener Generation, die den Freiheitskampf aus eigener Erfahrung kannte. Sein Leben steht für Standhaftigkeit, Mut, Kompromisslosigkeit und Treue zu Tirol. Der Südtiroler Heimatbund wird ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.“